Freistellungsauftrag

Gemeinschaftskonto

Ob Sie für Ihr Gemeinschaftskonto einen Freistellungsauftrag stellen können, ist zunächst von der Stellung der Inhaber untereinander abhängig. Grundsätzlich haben nur Ehepaare einen gemeinsamen Freibetrag, so dass der Freistellungsauftrag beim Gemeinschaftskonto nur möglich ist, wenn die Inhaber verheiratet sind. Sie können dann das gemeinsame Freistellungsvolumen auf all Ihre Konten aufteilen, gleich, um welche Kontenart es sich handelt. Es sind jedoch einige weitere Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Keine Einzel-Freistellungsaufträge
  • Zusammenveranlagung
  • Freistellungsvolumen ist noch nicht ausgeschöpft

Gemeinschaftlicher Freistellungsauftrag

Ist der Kontoinhaber Ihr Ehepartner und Sie leben nicht dauerhaft getrennt, haben Sie seit 2010 die Möglichkeit, sich für den gemeinschaftlichen Freistellungsauftrag zu entscheiden. Eine Kombination aus gemeinschaftlichem und Einzel-Freistellungsauftrag ist nicht möglich. Sie können auch für Ihre jeweiligen Einzelkonten gemeinschaftlich Freistellungsaufträge erteilen - diese müssen jedoch im Gegensatz zum Einzel-Freistellungsauftrag immer von beiden Eheleuten unterschrieben werden. Beim Gemeinschaftskonto ist ein Freistellungsauftrag nur möglich, wenn sich die Eheleute für die gemeinsame Freistellung entschieden haben.

Voraussetzung: Zusammenveranlagung

Nur, wenn die Eheleute zusammen veranlagt sind und gemeinsam besteuert werden, kann für ein Gemeinschaftskonto ein Freistellungsauftrag erteilt werden. Nur bei der Zusammenveranlagung ist davon auszugehen, dass erwirtschaftete Zinsen beiden Ehepartnern gleichermaßen gehören, daher ist auch nur dann eine gemeinsame Freistellung möglich. Daraus ergibt sich zugleich, warum unverheiratete Paare für ihr Gemeinschaftskonto keinen Freistellungsauftrag erteilen können, denn eventuelle Zinsgutschriften können nicht dem gemeinsamen Vermögen zugeordnet werden.

Freistellungsvolumen beachten

Möchten Sie für Ihr Gemeinschaftskonto einen Freistellungsauftrag erteilen, achten Sie darauf, dass das maximale Freistellungsvolumen nicht überschritten wird. Prüfen Sie zunächst, in welcher Höhe Sie bereits für andere Konten eine Freistellung beauftragt haben. Die Kreditinstitute melden jeden Freistellungsauftrag an das Finanzamt. Wird dort festgestellt, dass Ihre Aufträge den maximal zulässigen Rahmen überschreiten, prüft das Finanzamt Ihre Zinserträge genauer. Dies ist mit nicht unerheblichem Aufwand für Sie verbunden, denn Sie müssen die Erträge bei jedem einzelnen Kreditinstitut in einer Aufstellung nachweisen.

Freistellungsauftrag schützt nicht vor Schenkungssteuer

Ist nur einer der Ehepartner berufstätig, stammt das Guthaben auf dem Gemeinschaftskonto in der Regel aus dessen Einkommen. Das Finanzamt geht allerdings davon aus, dass höhere Beträge, die nur von einem der Eheleute auf das Konto fließen, eine Schenkung darstellen. Vom Partner kann daher Schenkungssteuer verlangt werden, sobald die vom Finanzamt als Schenkung behandelten Beträge 500.000 Euro innerhalb zehn Jahren übersteigen. Bei unverheirateten Paaren sind lediglich 20.000 Euro innerhalb zehn Jahren steuerfrei.

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