Kontopfändung

Gemeinschaftskonto

Pfändung des Gemeinschaftskontos

Nach einem erfolgreichen Vollstreckungsverfahren sind Gläubiger berechtigt, Ihr Konto zu pfänden. Neben dem vollstreckbaren Titel muss der Gläubiger einen Pfändungs- und Überweisungsbeschluss erwirken, der dem Kreditinstitut vorgelegt wird. Nach Erhalt werden alle Konten des im Beschluss genannten Inhabers umgehend gesperrt. Verfügungen sind nicht mehr möglich, bis der Schuldner einen pfändungsfreien Betrag nachgewiesen hat oder der Pfändungs- und Überweisungsbeschluss durch den Gläubiger aufgehoben wurde.

Ein Girokonto, welches nur auf eine Person lautet, kann als pfändungsfreies Konto geführt werden - hier darf der Schuldner trotz vorliegender Pfändung monatlich über einen gesetzlich festgelegten pfändungsfreien Betrag verfügen. Bei einem Gemeinschaftskonto ist dies nicht möglich.

Pfändung beim Oder-Konto

Beim Oder-Konto ist jeder Inhaber alleine verfügungsberechtigt, alle Inhaber haften jedoch gesamtschuldnerisch. Liegt gegen einen der Inhaber eine Pfändung vor, kann daher das gesamte Guthaben gepfändet werden. Das bedeutet in der Praxis, dass gegebenenfalls die Einlagen eines unbeteiligten, unverschuldeten Kontoinhabers zur Tilgung der Schulden eines anderen Inhabers Verwendung finden.

Pfändung des Und-Kontos

Beim Und-Konto gestaltet sich die Pfändung schwieriger. Da Verfügungen nur durch die Kontoinhaber gemeinsam getätigt werden dürfen, kann die Bank Leistungen nur an alle Inhaber gemeinschaftlich mit befreiender Wirkung erbringen. Im Falle einer Vollstreckung in das Guthaben bedeutet das zunächst, dass gegen jeden Kontoinhaber ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss vorliegen muss. In der Praxis ist das nur selten möglich, da üblicherweise nur gegen eine Person ein vollstreckbarer Titel existiert. Für die Bank bedeutet das: Der betroffene Kontoinhaber darf keine Verfügungen mehr tätigen. Da bei einem Und-Konto jedoch nur eine gemeinschaftliche Verfügung möglich ist, haben auch die Mitinhaber keinen Zugriff mehr auf das Konto.

Inwieweit das Guthaben vollstreckt wird, richtet sich nun nach dem Rechtsverhältnis innerhalb der Kontengemeinschaft. Weisen die Inhaber eine Bruchteilsgemeinschaft nach, ist von der Pfändung lediglich der Anteil des Guthabens betroffen, der zum Vermögen des Inhabers zählt, gegen den der vollstreckbare Titel vorliegt. Andernfalls kann in das gesamte Guthaben vollstreckt werden.

Bei Pfändung: Einzelkonto statt Gemeinschaftskonto

Sind Sie oder ein anderer Kontoinhaber verschuldet und ist eine Pfändung zu erwarten, ist es sinnvoller, statt des Gemeinschaftskontos ein Einzelkonto einzurichten. Entsprechende Verfügungsberechtigungen können hier über Vollmachten geregelt werden und es ist außerdem möglich, dieses als P-Konto zu führen. Damit sind Sie auf der sicheren Seite.

Mehr: Vergleich | Eröffnung | Kontowechsel | Kontoführungsgebühren | Freistellungsauftrag | Kontopfändung | Postident | Gemeinsames Konto

Anzeige